In Strömen

Heute morgen hat es geschneit. Ich dachte, ich schaue nicht richtig, eigentlich sollten das Blütenblätter der Mandelbäume sein, die dort herumwirbeln. Zum Glück ist es nach einigen Stunden wieder zu Regen geworden, und auch wenn das Land Niederschlag braucht, ist es ein bisschen viel auf einmal.

Der Dauerregen hat die Stadt in ein Meer aus Schlamm verwandelt. Wo auch immer sieben Jahre Aufbau stattgefunden haben: Das Geld ist nicht in Kabuls Straßen geflossen, so dass es auch in „besseren“ Vierteln keinen Asphalt gibt. Gerade in „Little Pakistan“, dem Viertel mit den scheußlichsten Villen – „als hätte man einen Puff nach außen gekrempelt“, sagt C, brauchen die millionenteuren Anwesen die hohen Mauern allein schon, damit nicht so viel Matsch ans Haus spritzt.

Gerade schrieb mir meine Freundin J. aus Syrien, beim letzten starken Regen sei das Wasser aus ihrer Steckdose geschossen und der Vermieter hätte eine darübergeklebte Postkarte als Lösung erwogen … hier haben wir jetzt die afghanische Variante von „hydropower“. Die Lehmwände unseres Wächterhäuschens sind nämlich völlig durchtränkt, darin die schlecht isolierten Leitungen. Egal, wo man es anfasst, bekommt man ordentlich einen gewischt.

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