Im Osten neue Westen

Freitags ist frei in Afghanistan, und so breche ich zum Frühstück außer Hause auf. Vor dem Café steht ein bewaffneter Wächter, dann muss man durch eine Metalltür in eine Sicherheitsschleuse, in der die Taschen durchsucht werden und in der es auch kleine Schließfächer gibt – für die eventuell mitgeführten Schusswaffen der Gäste. Durch eine weitere Metalltür betritt man schließlich einen wunderschönen Garten, in dem man sich wahlweise auf Podesten mit Kissen lümmel oder an Tischen niederlassen kann.

Während ich mich in der Sonne einem guten Buch widme, füllen sich die anderen Tische. Bei einer kleinen Gruppe stutze ich, denn sie tragen auch hier im Café schusssichere Westen. Ihrer Konversation mit dem Nachbartisch entnehme ich, dass auch andere Gäste ihre Westen dabeihaben, sie aber am Eingang, sozusagen der Garderobe, abgegeben haben. Ich besitze keine schusssichere Weste, habe aber neulich eine anprobiert und festgestellt, dass sie so schwer sind, dass ich eigentlich ein bodenlanges Modell mit Rollen bräuchte, um mich darin noch fortbewegen zu können. Wenn es so weitergeht, werden demnächst extralange Strohhalme geordert, damit man auch mit Helm und Visier ausgehen kann.

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