Auf verschlungenen Pfaden

In Kabul ein Haus zu finden, das man zuvor noch nicht besucht hat, ist nicht immer einfach. Es gibt keine Straßenschilder, wenige Hausnummern und Organisationen haben ebenfalls selten ein Schild an ihrem Gebäude. Ich bin auch aus anderen Städten kuriose Adressangaben gewohnt – “ zwei Häuser hinter dem ehemaligen China-Restaurant“ oder „beim grünen Sarg links“ – kein Problem. Hier jedoch sind auch derlei Anhaltspunkte rar.

Obwohl ich eigentlich direkt um die Ecke verabredet bin, kann ich das Haus nicht finden. Da diejenige, die ich besuchen will, nur kurz hier ist, kann sie mir nicht weiterhelfen. Leider ist der Wächter des Hauses nicht gewohnt, Wegbeschreibungen zu geben und legt beharrlich auf, wenn sie ihm das Telefon gibt.

Zum Glück kommt sie darauf, durchzugeben, was sie an Bewegungen auf der Straße sieht: „Weißes Auto, gelbes Taxi mit weißen Türen, Fahrradfahrer …“ . Das alles sehe ich auch, aber leider sind das auch die drei häufigsten Erscheinungen auf Kabuls Straßen. „Rotes Auto , LKW aus der anderen Richtung …“  – „Und kein Motorrad mit drei Leuten drauf?“ – Sie verneint, schade. „Blau-weißer Bus, aus der anderen Richtung ein Jeep, ein Fußgänger …“ Endlich fällt es mir auf, ich stehe schon an der richtigen Kreuzung und habe nur in die falsche Straße geschaut.

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Eine Antwort to “Auf verschlungenen Pfaden”

  1. smartfortwo Says:

    Wer sagt es denn: mal in eine andere Richtung zu schauen kann durchaus von Vorteil sein!

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