Tim Mälzers Alptraum

Köchin in Urlaub, Fahrer krank – heute quetschen wir uns zur Mittagszeit alle in ein kleines gelbes Taxi. Für afghanische Verhältnisse haben wir viel Platz, da wir nur zu fünft sind. Ich merke davon wenig, denn ich sitze hinten in der Mitte zwischen den beiden Grazien, von denen jede mindestens doppelt so breit ist wie ich.

Im Radio läuft wohl ein Audio-Pendant zu den zahllosen Fernsehkochsendungen in Deutschland, jedenfalls geht es um Essen. Plötzlich kichern alle. „Diese Sendung läuft immer mittags um 12. Man kann anrufen und erzählen, was man zum Mittagessen isst.“  – „Und was hat der Anrufer eben gesagt?“ – „Er sagt, bei ihm gibts heute ‚besonders fettigen Büffel.'“ Monumental- statt Molekularküche.

In meinem Büro, in dem auch schon mal Kuhfuß mit Huf auf dem Tisch steht, ist mir noch kein Büffel untergekommen. Doch, doch, meint die eine Grazie, man bekomme schon welchen. Üblich scheint es jedoch nicht zu sein. Obwohl sie die traditionelle afghanische Küche im Schlaf beherrscht und stadtbekannt für ihre besonderen Rezepte ist, hat sie noch nie welchen zubereitet. 

„Verraten die Leute auch das Rezept, wenn sie da anrufen?“ erkundige ich mich. „Sie können … aber bei diesem hat der Moderator drauf verzichtet, danach zu fragen.“

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