Freifahrtschein

Es ist ein ausgeklügeltes System, nachdem die Kreuzungen der Stadt aufgeteilt werden. Sie sind bei Verkehrspolizisten beliebt, denn je nach Verkehrsaufkommen ist es lukrativ, hier zu stehen. Man bittet beileibe nicht alle um eine „Spende“ – eher Fahrer von Geländewagen als von kleinen Autos, eher von Fahrzeugen im Privatbesitz als bei welchen, bei denen Internationale mitbekommen könnten, dass hier Geld fließt.

In kleinen Privatwagen wiederum gerät man an den Checkpoints stärker ins Visier.“Wer seid ihr? Wer ist sie?“ fragt der Polizist, der sich zum Fenster hereinlehnt. Meine Kollegen versuchen es ihm zu erklären. „Sie ist eine Internationale? Und wo ist ihre Karte?“ Mein nicht-afghanisches Aussehen scheint ihn nicht zu  beeindrucken. „Sie hat eine Karte, aber gerade nicht hier.“- „Hä?“  Der Beifahrer lehnt sich seinerseits Richtung Fenster und wiederholt es noch einmal ganz deutlich – ohne Erfolg.  An dieser Stelle mischt sich der Fahrer ein: „Nicht hier. Nicht dabei. Im Büro,“ sagt er auf Pashtu. Der Polizist lächelt frohgemut und lässt uns weiterfahren. Der Fahrer: „Hätt ich gewusst, dass man als Pashtune hier einfach so durchkommt, hätt ich gleich was gesagt.“

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