Programmatisches Entblättern

Die Decke des Raums scheint sich zu bewegen. Auch der Untergrund fühlt sich komisch an – ein Erdbeben. Rasch laufen wir nach draußen in die Dunkelheit und Kälte. Dort ist zum Glück nichts mehr davon zu spüren. Trotzdem entschließen wir uns, nach Hause zu gehen. Der Gastgeber grinst, und sagt in seinem schwäbischen Akzent: „Gell, desch habbe mer ekschtra gemacht, ha, wenn die Gäschte zu lang bleibe …“

Am nächsten Tag meine ich, ein selektives Erdbeben aus der Ferne zu sehen: Die Baumkrone hinter der Mauer auf der anderen Straßenseite zittert wie verrückt. Ich blinzle, und als ich die Augen wieder aufmache, ist alles ruhig – bis der Baum daneben in Schüttelfrost zu verfallen scheint. Ich lasse das ganze auf sich beruhen. Wenig später ein Rauschen auch in unserem Garten. Ein Baum schwankt und raschelt verdächtig. Ich trete auf den Balkon und rufe nach dem Wächter – „Was passiert hier eigentlich?“ Die Zweige des Baums vor mir schieben sich auseinander und ein schweißüberströmter Wächter lugt heraus. „Es ist Herbst! Wir schütteln die trocknen Blätter von den Bäumen!“

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