Frohen Mudschahedintag!

Vorgestern abend gab es eine interessante Geräuschkulisse. Es klang fast, wie Raketenangriffe, aber auch nur fast. Außerdem waren es so viele, dass mich wunderte, dass niemand unruhig wurde. Der Taxifahrer schüttelte den Kopf: „Die üben nur für das Feuerwerk. Morgen ist doch Mudschahedin-Tag – der Tag, an dem die 1992 Kabul eingenommen haben.“ Wie schon beim „Tag des sowjetischen Rauswurfs“ am 15. Februar hüllen die meisten sich in Schweigen darüber, inwieweit dieser Tag positives Gedenken wert ist. Später am Abend treffe ich eine amerikanische Fotografin. Sie war sogar Augenzeugin: „Feuerwerk? Also, ich habe hauptsächlich Leuchtmunition gesehen.“

Wir sind froh, dass es eine so harmlose Erklärung gibt. Am nächsten Tag sitzen wir auf der Terrasse und schauen den Vollmond an. Von Feuerwerk bekommen wir nichts mit, obwohl es doch der eigentliche Feiertag ist. Lady Magnolia zuckt mit den Achseln: „Wahrscheinlich haben sie alle Feuerwerkskörper schon bei den Übungen verbraucht.“

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