Stau aus Starrsinn

Plötzlich stecken wir im Stau. Uns kommen auch keine anderen Autos entgegen. Das mag aber daran liegen, dass wir mittlerweile die gesamte Straßenbreite und die beiden Straßenränder blockieren. Stockender Verkehr gilt afghanischen Autofahrern nicht als Hindernis sondern als Herausforderung. Jeder versucht, vielleicht doch noch einen Weg vorbei zu finden. Irgendwo weit vorne stehen unseren vier Stauspuren garantiert vier Spuren von der Gegenseite gegenüber, und aus lauter Starrsinn macht keiner Platz.

Feinstaupartikel

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Ich hätte nicht diesen Witz über eine mögliche fünfte Spur machen sollen: „Kein Problem,“ sagt unser wunderbarer Fahrer Hamidullah und fährt rechts außen vorbei, damit wir einige Meter weiter vorne feststecken. Im Nachbarauto steht ein kleiner Junge auf dem Schoß seiner Mutter und schaut aus dem Fenster. „Wohin des Wegs?“ fragt Hamidullah. „Nach Kabul! Keks kaufen!“ C lacht, dass das Auto nur so bebt: „Sehr guter Grund! Aber auch nur einen Keks. Für den zweiten fährt man dann nach Karadschi.“

Es geht voran, und wir kommen zurück auf die Fahrbahn, genau dort, wo ein Polizist steht. Er herrscht den Fahrer an: „Fahr gefälligst da, wo die Straße kaputt ist!“ und deutet auf den Randstreifen.

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