Quadratisch, modisch, gut

Meine deutschen Mitbringsel wurden zunächst mit einer gewissen Skepsis betrachtet. Besonders bei dem schwarz-weißen Schal, der in ganz typisch afghanischer Manier kariert ist, spalteten sich die Geister. Ich fand es lustig, während C meinte, der Beschenkte würde sich vielleicht verulkt fühlen. Leider hatte C recht. Mr. A. fragte, ob ich den irgendwo in Afghanistan gekauft hätte. Als ich versicherte, der entstamme der aktuellen Herbstmode in Deutschland, hatte ich das Zauberwort gesprochen: Auch wenn die meisten Dinge nicht dort produziert sind, herrscht in Afghanistan der unerschütterliche Glaube, man habe es mit hochwertigen Waren zu tun, wenn sie aus Deutschland kommen.

Die Begeisterung stieg zusehends: „Der ist ja so weich! Gute Qualität!“ Minuten später hatte Mr. A. den Schal um den Hals, und seither habe ich ihn nicht mehr ohne gesehen. Zum schwarzen Anzug, zum grauen Anzug, zum beigefarbenen Anzug – die beiden sind unzertrennlich geworden. Neulich beim Mittagessen freute ich mich darüber . „Ja,“ sagte mein afghanischer Kollege,  und blickte mit Wohlgefallen an sich herab, „damit sehe ich aus wie ein Ausländer, der versucht, wie ein Afghane auszusehen.“

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2 Antworten to “Quadratisch, modisch, gut”

  1. RevolutionaryGirl Says:

    Stimmt, ich habe ihn danach auch nicht mehr ohne gesehen, trägt er ihn immer noch?

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