Recycling in Bamiyan

Auf dem Bürgersteig sitzt ein Mann und klopft Getränkedosen platt. Er hat eine richtig professionelle Ausstattung dafür: Gummihandschuhe und ein Gewicht mit Griff, das an ein historisches Bügeleisen erinnert. „Guckt mal!“ rufe ich, „ein Recyclingprojekt!“ Während wir ihm zuschauen, kommen einige Kinder und schütten aus Plastiktüten weitere Dosen neben ihn. „Was machst du damit?“ frage ich ihn. „Ich verkaufe sie. Für ein Ser Dosen bekomme ich 30 Afghani.“ Ein Ser, das sind sieben Kilo; dreißig Afghani sind noch nicht mal ein halber Euro. Dafür muss man lange klopfen. Die Kinder durchsuchen den Müll und liefern ihm die Dosen ab. Dafür bekommen sie jeweils einen Teil seines Gewinns. Aber wohin die Dosen dann gingen, das wisse er nicht. Wahrscheinlich nach Pakistan. Als ich ihn frage, ob ich in fotografieren darf, strahlt er und sagt zu den Umstehenden: „Seht ihr, jetzt werde ich berühmt in Deutschland.“

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Eine Antwort to “Recycling in Bamiyan”

  1. RevolutionaryGirl Says:

    Hätten wir ihm unsere Redbull-Sammlung gegeben, wäre er vielleicht reich geworden 😉 Hast du eigentlich deinen Redbull aus dem Kühlschrank genommen?

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