Allgegenwärtige Grammatik

Seit einige der Mitarbeiter Deutsch lernen, sehen sie überall Grammatik. Wir schauen Fotos von einer Veranstaltung an, bei der sich eine große Zahl deutscher und afghanischer Besucher in unserem Garten tummelt. Alle Gäste waren glücklich, nur eine war verstimmt: Statt einer bunten Mischung aus Frauenrechtlerinnen, Waisenhilfsorganisationen, kulturellen und politischen Akteuren hatte sie nur ein Treffen mit einer Organisation aus dem Sicherheitsbereich erwartet. Insofern hatte sie sich bei der Zusammenkunft ganz auf letztere konzentriert. Mr. A. ist amüsiert: „Siehst du, alle tummeln sich, tauschen sich mal mit diesen, mal mit jenen aus, aber sie steht immer in der gleichen Ecke,“ sagt er beim Blättern im Fotoalbum und deutet auf das allgegenwärtige Trio: „Sie sind wie manche Verben,“ sagt er auf deutsch: „nicht trennbar.“

„Verben, Verben!“ fällt die Grazie ein. „Wir haben uns neulich mit regelmäßigen und unregelmäßigen Verben befasst, auf Dari bezeichnet man das als ‚ba-qaida‘ und ‚be-qaida‘. Fürchterlich, diese unregelmäßigen, die sollte man eigentlich in ‚al-qaida‘ umtaufen.“ Mr. A. pflichtet bei: „Das würde passen. Man versteht einfach nicht, was in ihnen vorgeht und kann nicht voraussehen, wie sie sich verhalten.“

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Eine Antwort to “Allgegenwärtige Grammatik”

  1. smartfortwo Says:

    Ist das schön! Die Charakterisierung der unregelmäßigen Verben ist umwerfend!

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