Seniorenstift

„Mr. M.,“ sage ich, „wir müssen etwas tun, damit unsere Veranstaltungen nicht von nuschelnden alten Männern dominiert werden.“ Nichts gegen Altersweisheit, aber auch in Afghanistan stellt sich diese  nicht bei jedem ein. Bei Konferenzen ist es eher eine Frage der Ehre, wer spricht. Hier haben Leute auch kein Problem damit, sich selbst einzuladen. Nicht all diese Vorträge sind uninteressant, aber gerade die eitleren Redner sprechen völlig ungehemmt selbst dann, wenn sie vom eigentlichen Thema nichts verstehen. „Geht der, der neulich so gestört hat, nicht langsam in Rente?“ frage ich. Mr. M. legt den Kopf schief: „Leute missachten ihr Pensionsalter. Sie  machen so lange weiter … bis Allah sie pensioniert.“

Noch problematischer sind die ehrorientierten Auswahlkriterien, wenn es um Fortbildungen geht. Dr. Kolben kann darüber nur den Kopf schütteln: „Bei uns hat das Ministerium bestätigt, dass das Programm stattfinden kann, aber kannst du dir das vorstellen: Bedingung ist, dass nur Leute teilnehmen, die einen Universitätsabschluss und fünf Jahre Berufserfahrung haben. Mensch, das sind Automechaniker, Schrauber, was stellen die sich denn vor woher die einen Uniabschluss haben?“

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