Zu blond für Kabul

„Du darfst heute auf den Minderheitensitz,“ sagt Mr. A und deutet mit großzügiger Geste auf den Vordersitz im Auto. Hinten drängen sich meine drei männlichen Mitarbeiter, so dass es am schicklichsten ist, wenn ich nicht dazwischen sitze. An einem Checkpoint werden wir rausgewinkt, dürfen aber sofort weiterfahren. Von hinten höre ich ein dreifaches Kichern: „Dabei hast du doch gar keine dunklen Haare,“ sagt Mr. A. „Wieso? Was hat meine Haarfarbe damit zu tun?“ – „Er hat gesagt ‚ach, ihr habt einen Schwarzkopf dabei, na dann fahrt weiter‘, und wenn man ‚Schwarzkopf‘ sagt, meint man eine junge Frau.“

Manche Frauen seien auch „sar safed“, Weißköpfe, das seien dann die alten Damen. Bei Herren jedoch gäbe es nur „Spinghar“ oder „Riish safed“, die Weißbärte oder Weißschöpfe. „Tja,“ sage ich zu meinen Begleitern, „solange ihr nicht alt seid, seid ihr wohl nicht der Erwähnung wert.“

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Eine Antwort to “Zu blond für Kabul”

  1. RevolutionaryGirl Says:

    Eigentlich empfinde ich es nicht als beleidigend wenn jemand „sia sar“ zu mir sagt, ist ja auch so, aber ich habe mitbekommen, dass viele Frauen (eher junge Frauen) damit ein Problem haben und das als Beleidigung betrachten, wenn sie so genannt werden…hmm…

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