Sags noch einmal …

Ich habe es auf unzählige verschiedene Weisen zu erklären versucht: „Von der Hauptstraße rechts und dann direkt an der nächsten Ecke“ – „von der Schule stadtauswärts auf der linken Seite“ … Weder haben meine Erklärungen gefruchtet noch hilft es, dass die Taxiunternehmen mich hier schon viele Male abgesetzt haben. Es ist nicht einfach, sich in Kabul zurechtzufinden, weil jeder andere Wegmarken hat.

Die Orientierung ist eine Sache, doch auch sprachliche Hürden sind nicht zu unterschätzen. Die Fuhrunternehmen speichern Adressen oft unter dem Namen einer Person, die dort wohnt oder mal gewohnt hat. Monatelang sind wir immer zu „Mikela House“ gefahren, wenn wir nach Hause wollten. Niemals sollte man den Fehler begehen, ein s hinzuzufügen: Jeder Fahrer wird „Tina house“ finden, aber die Schultern zucken, wenn man „Tina’s house“ sucht. Bei unserem jetzigen Haus arbeiten wir noch dran, die Adresse zu etablieren, denn der Vormieter ist nicht Taxi gefahren. Das ist vielleicht gar nicht schlecht, denn sein Name klingt auf Englisch unterhaltsam, und ich könnte nie ernstbleiben, wenn ich „to Christian Hell“ zu fahren verlangte.

Wieder stehe ich in Kabuls Dunkelheit, weil das Taxi die Adresse nicht findet. Als es endlich kommt, lasse ich mich mit dem Unternehmen verbinden: „Was soll ich nächstes Mal sagen, damit ihr euch nicht verirrt? Eigentlich müsstet ihr doch diese riesige Firma gegenüber kennen, Global.“ Der Dispatcher: „Nein, kenn ich nicht, aber das Büro ist doch gegenau gegenüber von Gulubal.“

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