Eine Übung in Gelassenheit

Im Nobelrestaurant Kabuls empfiehlt es sich vorzubestellen, wenn man zügig bedient werden will. Da viele am Abend nicht so lange bleiben wollen, habe ich eine Woche vorher schriftlich bestellt und alles tagsüber noch einmal bestätigt, auch mit dem Hinweis, dass wir die Gänge mit nur kurzen Pausen dazwischen wünschen.

Als nach einer Stunde noch immer keine Suppe kommt, frage ich nach. „Ah ja. Uns ist aufgefallen, dass wir eure Bestellung verlegt haben.“ Was dann kommt, wirkt eher, als hätte man vergessen, einzukaufen und jetzt das gekocht, was mein Bruder als „Diplomatenpudding“ bezeichnet: die Reste der Woche. „Ach, ihr meintet Lemon Grass Suppe!“ sagt der Kellner erstaunt. „Kein Problem, dann bringen wir die als nächstes.“

Ich werfe ihm einen vernichtenden Blick zu und zische, stattdessen sollten sie lieber den Salat rasch folgen lassen. Wieder dauert es eine gute halbe Stunde. Dann winkt mich einer von ihnen herbei (!). „Wissen Sie, warum wir den Salat nicht servieren?“ fragt er. Ich verneine. „Weil wir heute keinen Salat haben.“

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3 Antworten to “Eine Übung in Gelassenheit”

  1. RevolutionaryGirl Says:

    war das an dem abend, an dem auch das foto gemacht wurde?

  2. RevolutionaryGirl Says:

    schade!

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