Das neue Gesicht des Parlaments

Unser Freund Najeb hat sich einen besonderen Luxus gegönnt und sich im elegantesten Fitnessstudio der Stadt angemeldet. Er habe schon zwei Kilo abgenommen. Ob er denn auch schon fitter sei, fragt Mr. A. Najeb beantwortet das mit einem Gleichnis: „Versucht ein Mullah einen riesigen Felsbrocken hochzuwuchten, aber schafft es nicht. Daraufhin hebt er die Hände gen Himmel und dankt Allah. ‚Aber du hast den Felsen doch gar nicht hochgekriegt,‘ wundert sich ein anderer. ‚Ich danke Allah, dass ich noch genauso stark wie früher bin. Da konnte ich den nämlich auch schon nicht heben.'“

Das bringt ihn auf eine interessantere Begebenheit bei seinem letzten Besuch im Fitnessstudio. Im Wellnessbereich sei ihm ein Typ aufgefallen, der sich mindestens eine dreiviertel Stunde mit einer Gesichtsmaske und diversen Kosmetikprodukten hantiert habe. Als er sich dann alles abgewaschen habe, habe Najeb ihn erkannt: ein bekannter Fernsehmoderator, der zu den neuen Parlamentariern zählt, und der sich gleich darauf in einen Chopan – den traditionellen Mantel, den auch Karzai trägt, – geworfen habe. „Er hat gesagt, den trägt er jetzt, weil er als Parlamentarier ja auch ein bisschen traditioneller wirken muss,“ sagt Najeb, „dabei haben die, die für ihn gestimmt haben, das getan, weil er für die Moderne zu stehen schien.“

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Eine Antwort to “Das neue Gesicht des Parlaments”

  1. smartfortwo Says:

    Vielleicht kennt das neue Gesicht die Novelle „Kleider machen Leute“ und handelt danach.

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