Durch den Schnee zum Tee

Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel machen wir uns auf den Weg zu unserem „Hausberg“, einem Hügel mit Festung drauf, der sich direkt neben unserem Stadtviertel erhebt. Am Ende der kleinen Gassen geht es steil bergauf. Wir hören eilige Schritte. Ein kleiner alter Herr im traditionellem Mantel, mit Turban und einem prächtigen weißen Bart kommt hinter uns hergewetzt. Gestikulierend fragt er, wohin wir wollen. „Wir machen nur einen Spaziergang, Wertester,“ sage ich. Er wirft die Hände gen Himmel, drückt den Turban fester aufs Haupt und jubelt: „Einen Spaziergang! Da geht ihr am besten hier lang und dann dort … aber kommt doch und trinkt Tee!“ Höflich lehnen wir ab. Er verneigt sich leicht, die Hände vor der Brust.  Mit den üblichen, für das deutsche Ohr altertümlichen Formeln verabschieden wir uns: „Seid nicht müde.“  – „Bleibt am Leben.“  Noch lange verfolgt der alte Herr mit Blicken unseren Weg durch den Schnee. Als wir von oben herunterblicken, winkt er heftig: „Aber später! Kommt später zum Tee, das hier ist mein Haus!“

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