Service im Supermarkt

C ruft an: Ob ich Rasierschaum mitbringen könne? Nichts leichter als das, denke ich. Bei dem kleinen Laden an der Ecke gibt es erstaunlicher Weise immer alles. Was der Händler nicht hat, besorgt er im Handumdrehen aus dem Nachbarladen. Das einzige Problem ist, dass es mir an Vokabular mangelt. Nach ein wenig Pantomime meinerseits grinst er und zückt einen Einmalrasierer. Ich schüttle den Kopf und versuche es erneut. Er strahlt, als er Rasierklingen von nebenan auf den kleinen Verkaufstresen wirft. Wieder schüttle ich den Kopf. Ein weiterer Gang seinerseits beschert mir scheußlich parfümierte Oxford Leather Rasiercreme. „Fast!“ sage ich, „in so einer Flasche!“ Ich deute hinter ihn.

Der Verkäufer ist entzückt und fördert hinter den Kondensmilchdosen eine staubige Flasche zu Tage. Bei der hingebungsvollen Reinigung geht der Deckel ab. Sie hat leider keinen Sprühkopf. „Kein Problem,“ versichert er und pflückt unbekümmert einen von einer Dose  Insektenvernlichter – nur ist die Düse zu fein für den Schaum.

„Das geht aber auch so,“ erklärt er, und macht sich an dem Stummel der Düse zu schaffen. Wenige Minuten später sind Tresen, Waren, Fußboden und er mit einem weitläufigen Schaummuster verziert. Glücklich reicht er mir die Dose: „Nur zwei Dollar!“

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