Weihnachts-Setzlinge zu Ostern

 Wenn man im Frühling nach Afghanistan kommt, kann man sich eigentlich nur in das Land verlieben. Überall grünt, sprießt und blüht es, und sonst karge Landschaften sind rotgetüpfelt vor lauter kleinen Tulpen.

Als wir aus der Stadt rausfahren sehen wir, dass auf dem Mittelstreifen neue Bäume angepflanzt worden sind, die gerade von der Stadtverwaltung gewässert werden. Ich freue mich, aber Dr. Kolben zieht eine Augenbraue nach oben: „Warum ausgerechnet die hässlichen?“ Das ist eine berechtigte Frage. Wahrscheinlich sollen aus den Bäumchen mal eine Kiefern werden, aber momentan sieht es noch aus wie etwas zwischen Strunk und Dill. Wenig später sehen wir die gleichen kläglichen Objekte auch an anderen Stellen.

Die Afghanen – in ihrer Zuneigung zu Geranien durchaus dem kompatibel mit süddeutschem Geschmack – scheinen unsere Abneigung nicht zu teilen. „Ich weiß sogar, wo es sie gibt!“ trumpft die Grazie auf und zeigt auf einen Blumenladen, an dem wir gerade vorbeifahren. „Siehst du, sogar auf seinem Schild oben steht ‚Nihalhaye Krismess‘ – Weihnachts-Setzlinge!“

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