Ende eines Prachtexemplars

Schüttelt eine Frau einen Teppich aus. Ruft ihr orientalischer Nachbar: „Na, springt er nicht an?“ – Diesen Witz könnte ich jetzt auch über meinen Teppich erzählen, dem afghanische Handwerker sozusagen die Schwingen gestutzt haben.

Aus unerfindlichen Gründen haben in meiner Abwesenheit die Sicherheitsbeauftragten meines Mitbewohners beschlossen, dass die alte – sehr gut verklebte – Splitterschutzfolie auf unseren Scheiben ihm keine ausreichende Sicherheit gewähre. Rasch pfuschte eine afghanische Firma neue Folie auf die Fenster.

Abends erwartet mich ein zerknirschter Dr. Kolben vor einem rätselhaften Muster, das er aus Stiften auf dem Teppich in der Halle gelegt hatte. „Haben sie ihn mit Klebstoff verschmiert?“ frage ich. Betreten schüttelt Dr. Kolben den Kopf: „Schlimmer …“ In der Tat. Bei genauerer Betrachtung sieht man, dass zahlreiche meterlange Schnitte die Oberfläche des Webteppichs zerschlitzt haben. Das ist besonders bedauerlich, da sie mit sicherem Griff die einzige Rarität und den mit Abstand teuersten Teppich in unserem Haushalt erwischt haben. „Ich habe sie dabei erwischt, wie sie den Teppich als Unterlage für den Folienzuschnitt benutzt haben. Was für eine Unverschämtheit,“ empört er sich, „nachdem ich sie vom Teppich vertrieben hatte, wollten sie auf der Fußmatte weitermachen!“

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Eine Antwort to “Ende eines Prachtexemplars”

  1. poweruser12 Says:

    Kopfschütteln ist angesagt. Nicht zu fassen.

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