Das A und O

Manchmal denke ich, eine bleibende Folge meines Afghanistan-Aufenthaltes könnte eine Nervendehnung sein. Ich habe mich in vielerlei Hinsicht damit abgefunden, dass Dinge nicht so schnell oder nicht so gehen, wie ich es mir erhoffe, aber auch mein afghanisches Team verdreht ob der Ausreden, mit denen manches hinausgezögert wird, nur die Augen. „Wenn sich ein Projekt so hinzieht, wir nennen das ‚zahm-e shadi“ – eine ‚Wunde an einem Affen‘,“ sagt die Grazie. Mr. M. ergänzt: „Wenn ein Affe sich verletzt, wollen alle anderen seine Wunde sehen und fingern darin herum. Deswegen heilt sie ewig nicht.“

Bei einem Kollegen wundere ich mich, dass es sich immer hinzieht, wenn er „rasch“ eine Mail versenden soll oder will. Als er mir an seinem Computer etwas zeigen will, merke ich, dass mit der Tastatur etwas nicht stimmt. Bedächtig sagt er: „Das ‚i‘ und das ‚k‘ funktionieren nicht. Ich habe mal versehentlich Kaffee drüber gekippt.“ Das war im Februar. Seitdem ruft er sich eine Tastatur am Bildschirm auf und bedient sie mit dem Touchpad. „Könnten wir nicht eine externe Tastatur anschließen?“ frage ich. Mr. A. nickt. „Das wäre die einfache Variante.“

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