Die geklauten Leckerli

Bei Reisen aus und nach Afghanistan klappt nicht immer alles so, wie man es sich vorstellt. So ist beim letzten Flug einer Grazie von Islamabad nach Kabul ist ihr Gepäck erstmal nach London geschickt worden. Zwar gelingt es durch hartnäckiges Hinterher-telefonieren und die Aktivierung persönlicher Kontakte, es nach Kabul zu befördern, aber leider sind alle äußeren Taschen, die nicht abgeschlossen waren, leergeräumt.

„Das ist garantiert nicht in London passiert, sondern hier,“ argwöhnt sie. „Was war denn drin?“ Ihre Stirn verdüstert sich: „Mein Lieblingsparfüm. Das gibt es hier nur gefälscht, und es riecht abscheulich! Außerdem die Geschenke unseres Kollegen aus Deutschland.“ Während sie darüber sinniert, geht plötzlich ein Lächeln über ihr Gesicht. „Ach weißt du, das ist eigentlich gar nicht so schlimm.  Die Schokolade hätte ich gerne gehabt, aber da war noch diese andere Tüte. Es stand nichts drauf, und in Deutschland richtet man doch alles immer so appetitlich her … das waren Leckerli für unsere Hunde!“

Sie kann sich kaum wieder einkriegen ob des Gedankens, wie ein afghanischer Flughafenmitarbeiter diese im Kreise seiner Familie als Knabberkram reicht.

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Eine Antwort to “Die geklauten Leckerli”

  1. Fährfrau Says:

    Da hätten wir sie wieder, die wunderbare Schadenfreude – und vermutlich kennt auch Dari kein Wort dafür.

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