Schilderbürgerstreiche

Da viele Angehörige des Militärs sich nie in der Stadt bewegen dürfen, sind in den Camps Läden oder sogar eigene Basare eingerichtet, in denen man auch als Soldat mutmaßlich landestypische Souvenirs kaufen kann. Hier kann man schöne Tücher, Schals und Umhänge erstehen, aber auch erstaunliche Funde machen. Die grünleuchtenden Kunstharzaschenbecher mit den Skorpionen kommen mir aus den Souvenirläden auf dem Sinai vertraut vor, und ich frage mich, wieviele Soldaten mit den äußerst unafghanischen pailettenstarrenden Bauchtanzgewändern im Gepäck nach Hause fahren.

Eine Stickerei, die die Namensschilder für die Uniformen herstellt, bietet draußen fehlerhafte Exemplare an. Bei den meisten Schildern weiß man nicht, wie es eigentlich hätte heißen sollen, aber ein Herr ist hier mit sage und schreibe fünf Schreibweisen vertreten. Man kann sich vorstellen wie seine Verzweiflung mit jedem Versuch gewachsen sein muss. Auch das „Close Protection Team“ war wahrscheinlich nicht entzückt, dass man einen ganzen Satz mit „Cloes …“ angefertigt hat. Nebenan gibt es afghanische Fußballtrikots in den Farben der Nationalflagge, mit Rückennummer. „Schau, ‚AFGHANISTAN‘ – ganz groß und ohne Fehler,“ sage ich, passiert es nicht nur mir doch ausgerechnet beim Landesnamen oft, im Eifer des Tippens „Afgahnistan“ zu schreiben. Dann jedoch fällt mein Blick auf das über dem Schriftzug aufgenähte Etikett: „Afghanisian“.

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Eine Antwort to “Schilderbürgerstreiche”

  1. Fährfrau Says:

    Wie inkonsequent! Afghaniesian müsste es doch heißen bei all dem Staub! 😉

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