Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Beim Barte des Proleten

18. Juli 2011

Mr. A. streicht sich erst mit der einen, dann mit der anderen Hand den nicht vorhandenen Bart glatt. „Schluss!“ bekundet er. „Und diese Geste benutzt man, um das zu unterstreichen?“ frage ich, während ich ihn imitiere. Generell schon, aber bei Frauen mache sich das nicht so gut, sagt er. „Ich habe das immer bei den Bettlern auf der Straße gesehen, wenn sie Geld wollen,“ wendet Tomski ein. „Damit wollen sie signalisieren, dass sie nach dem Essen für dich beten,“ erklärt Mr. A. und führt das ganze noch einmal vor, ergänzt durch die beim Gebet nach oben gerichteten Handflächen. Mr. M. grinst verschmitzt. „Das Streichen über den Bart,“ sagt er, „kommt von denjenigen, die nach dem Essen  keine Gelegenheit haben, sich die Hände zu waschen.“

T wie Target

29. Juni 2011

Es ist immer eine Frage der Tagesform, wie leicht man durch afghanische Sicherheitschecks schlüpft. Derzeit sind wegen der Konsultationen und Verhandlungen zur Übergabe der Sicherheitsverantwortung in afghanischen Hände viele hochrangige Delegationen in der Stadt. Ausgerechnet jetzt sind aber schon seit mindestens einer Woche die Sicherheitskontrollen im Serena, einem der beiden Fünf-Sterne-Hotels, lax. Der Apparat, mit dem normalerweise die Taschen durchleuchtet werden, ist kaputt, und da der Metalldetektor ohnehin bei jedem anschlägt, wird man in diesem Hotel auch sonst nur dürftig durchsucht.

Der Zugang zum Militärflughafen, der sonst mit meiner ISAF-Karte kein Problem war, ist hingegen nun schwierig geworden. Normalerweise bin ich immer zu Fuß in dieses Camp gelaufen und habe mich in das dort wartende Bus-Ungetüm aus den 50er Jahren geschwungen. Gemeinsam mit mir saßen oft afghanische Bauarbeiter darin, die sich gerade ein Mittagessen von außen geholt hatten. Insofern roch ich immer wie eine afghanische Imbissbude, wenn ich an meinem eigentlichen Ziel, dem französischen Militärkrankenhaus ankam. Jetzt starrt mich der wachhabende Soldat ungläubig an. „Wollen sie damit sagen,“ fragt er, „dass sie, also eine Zivilistin und Patientin, sich stets unter die Soldaten gemischt haben, denen dieser Bus vorbehalten ist?“ Auch wenn ich mir absolut sicher bin, dass mein  Zustand nicht ansteckend ist, fühle ich mich bei dieser Frage wie ein Risikofaktor. Der Soldat behält mich im Auge, bis ich ordnungsgemäß in den Krankenwagen gestiegen bin, der jetzt die Patienten von der Pforte abholt. Da der einzig freie Platz eine Ablage in etwa 1,20m Höhe ist, freue ich mich über die anderen 13 Passagiere, weil ich in dieser Enge auch bei ruppigem Anfahren nicht runterfallen kann.

Abends sind wir auf dem Weg zu einer Botschaft, die hinter insgesamt drei Sicherheitsschranken und einer Schleuse liegt. Schon an der ersten will uns der Polizist nicht durchlassen. „Habt ihr ein Treffen in der Botschaft? Und wenn ja, mit wem?“ Da wir nicht in offizieller Mission sondern nur zum Tanzen unterwegs sind, sehe ich unsere Chancen schwinden. Humboldt beugt sich vor: „Ja. Wir haben unser Tango-Treffen,“ sagt er ernst. Der Polizist winkt uns durch. C räuspert sich: „Tango steht im Militärjargon für T – wie ‚Target‘.“

Eskortierte Entführungen

1. Juni 2011

Außerhalb Afghanistans werde ich oft gefragt, wie man dort auf bestimmte Ereignisse blickt, zum Beispiel den Tod bin Ladens. „Es war davor klar, dass irgendetwas im Busche ist. Mitarbeiter haben mich spät nachts angerufen, weil der Vizepräsident wiederum ihre Angehörigen informiert hat, dass es besser wäre, die nächsten Tage zu Hause zu bleiben,“ sage ich. Das war in der Tat ein einmaliger Zwischenfall, besonders dramatisch in seiner Wirkung auch, weil eben jener welke, verhasste Vizepräsident für diesen Tag zu seiner großen Leidenschaft, dem Buskashi geladen hatte. Buskashi ist ein afghanischer Nationalsport, bei dem Reiter um den Balg einer Ziege ringen.

Zuerst hieß es, die angespannte Stimmung hinge mit der angekündigten Frühjahrsoffensive der Taliban zusammen. Als dann die Ankündigung selbst uns erreichte, mussten wir allerdings trotz aller Sorge schmunzeln. Die üblichen wilden Drohungen scheinen diesmal so formuliert, als hätten die Autoren an einem Schreibtraining für Projektanträge teilgenommen, nur der Finanzplan fehlt. In der Sparte „Zielgruppe“ nehmen Spione eine prominente Rolle ein: Spione im allgemeinen, andere Spione und amerikanische Spionageringe sollen ins Visier genommen werden. Insofern waren wir erstaunt darüber, dass diesmal alle es so ernst zu nehmen schienen.

Die Reaktionen in Kabul waren verhalten. „Endlich ein Schlusspunkt. Aber der alte Mann hatte ja schon lange nichts mehr zu melden, und was ist mit all den anderen, die tatsächlich die Fäden ziehen?“ fragt eine Kollegin. Auch der Fahrer schüttelt den Kopf. „Dass das etwas bringt, wenn es so viele Mächtige andere gibt, kann ich mir nicht vorstellen.“ Dass es Ärger bringt, können sich jedoch viele vorstellen. Daher saßen Internationale wie Nationale abwartend hinter hohen Mauern, leider inklusive meines Passes. „Ich versuche seit fünf Tagen, hineinzukommen,“ sagte derjenige, der mir freundlicherweise bei der Visa-Beschaffung hilft. „Es ist aussichtslos, obwohl sie mich gut kennen und wir uns schon offiziell beschwert haben, lassen sie mich aus Sicherheitsgründen einfach nicht rein.“

Im Süden und im Osten des Landes hat die Nachricht Zorn und Trauer ausgelöst. „Eigentlich war ich zu einem Volleyball- und Cricketspiel in Jalalabad eingeladen, aber das ist alles abgeblasen worden,“ erzählt ein Freund, „sie haben gesagt, das sei ein Tag der Trauer und eine große Ungerechtigkeit, dass ihr ‚Bruder‘ von den Amerikanern ermordet worden ist.“ Auch sonst sei der Besuch dort nicht mehr angenehm. „Bei all unseren Fahrten haben wir immer in einem bestimmten Restaurant gesessen. Diesmal sind gleich drei Leute gekommen, um uns zu warnen. Das ist ja die Straße nach Kunar. Bei Entführungen läuft es wohl so, dass das Entführerauto mit Polizeieskorte kommt, die stecken da mit drin.“

Service im Supermarkt

27. April 2011

C ruft an: Ob ich Rasierschaum mitbringen könne? Nichts leichter als das, denke ich. Bei dem kleinen Laden an der Ecke gibt es erstaunlicher Weise immer alles. Was der Händler nicht hat, besorgt er im Handumdrehen aus dem Nachbarladen. Das einzige Problem ist, dass es mir an Vokabular mangelt. Nach ein wenig Pantomime meinerseits grinst er und zückt einen Einmalrasierer. Ich schüttle den Kopf und versuche es erneut. Er strahlt, als er Rasierklingen von nebenan auf den kleinen Verkaufstresen wirft. Wieder schüttle ich den Kopf. Ein weiterer Gang seinerseits beschert mir scheußlich parfümierte Oxford Leather Rasiercreme. „Fast!“ sage ich, „in so einer Flasche!“ Ich deute hinter ihn.

Der Verkäufer ist entzückt und fördert hinter den Kondensmilchdosen eine staubige Flasche zu Tage. Bei der hingebungsvollen Reinigung geht der Deckel ab. Sie hat leider keinen Sprühkopf. „Kein Problem,“ versichert er und pflückt unbekümmert einen von einer Dose  Insektenvernlichter – nur ist die Düse zu fein für den Schaum.

„Das geht aber auch so,“ erklärt er, und macht sich an dem Stummel der Düse zu schaffen. Wenige Minuten später sind Tresen, Waren, Fußboden und er mit einem weitläufigen Schaummuster verziert. Glücklich reicht er mir die Dose: „Nur zwei Dollar!“

Pferdefuß auf Reisen

16. April 2011

Angesichts der Verhältnisse in Afghanistan könnte man meinen, reisende Afghanen seien leicht zufriedenzustellen. Doch weit gefehlt: Egal wie gut, sauber oder gar luxuriös, meist gibt es etwas auszusetzen. Dann jedoch immer erst im Nachhinein. „Die Handtücher in meinem Hotelzimmer hatten eklige Flecken,“ klagte neulich eine Freundin. „Aber warum hast du nicht die Rezeption angerufen, damit sie dir neue bringen?“ – „Die wären dann vielleicht auch nicht sauberer gewesen.“ Ich hatte eigens gefragt, ob wir in dem Hotel bleiben oder uns etwas anderes suchen sollte, wobei ich mir bereits etwas pingelig vorkam. Die anderen wollten dort bleiben und führten lieber am nächsten Tag Klage.

Ein anders gelagertes wiewohl verwandtes Phänomen ist der deutsche Hang, Konferenzen als „Erlebnis“ zu gestalten und sich dabei über Interessen der Teilnehmer hinwegzusetzen. Bei Deutschen beliebt und ausländischen Teilnehmern verhasst ist, sich in irgendeine Abgeschiedenheit zu begeben und hier hinter verschlossenen Türen in ländlicher Idylle zu tagen. „Wenn ich meiner Familie sage, ich fahre nach Deutschland, erwartet jeder, dass ich ihm etwas von dort mitbringe,“ hatte ein Freund mal gesagt, „aber wenn ich in Brandenburg auf dem Land hocke und mein Visum zeitlich an diese Konferenz gebunden ist, was soll ich denn mitbringen? Kuhfladen?“

Die Grazie macht drei Kreuze, die Workshop-Einladung einer Freundin nach Indien abgelehnt zu haben. „Ich habe gestern mit ihr telefoniert. Sie sitzen auf dem nackten Boden, sie haben keinen Strom, heißes Wasser müssen sie mit Feuerholz bereiten … die deutschen Veranstalter sagen, sie wollten die afghanischen Frauen mal erleben lassen, wie schwer es Frauen in manchen Ländern haben.“

Rührendes Wachpersonal

1. April 2011

Wegen der bei allen Organisationen üblichen Taschenkontrollen überlegt man sich in Kabul gut, was man wohin mitnimmt. Das Wachpersonal der europäischen Polizeitrainingsmission hat sich neulich köstlich über meine mit Tüten-Nudelsuppen vollgestopfte Handtasche amüsiert.“Es gibt hier auch was zu essen, das brauchst du nicht mitzubringen,“ meinten sie.

Madame C. wollte derweil mit einer selbstgekochten Nudelsoße auf ein UNO-Gelände. „Du kannst dir nicht vorstellen, wie oft dieser riesengroße Topf kontrolliert wurde! An einer Stelle hat der Wächter seinen Stift herausgeholt und damit einmal in dem Topf herumgerührt. Ich habe meinen Augen kaum getraut. ‚Was machen Sie denn da?‘ habe ich gefragt, aber er meinte, er könne ja nicht wissen, was sich in dieser Soße verberge.“

Kaum haben wir uns wieder eingekriegt, meint sie, es komme noch besser: „Ein Freund wollte neulich diesen pakistanischen Milchtee trinken, und hat dann zum Teehausbesitzer gesagt, da sei aber kein Zucker drin. Der hat erstmal seinen Zeigefinger reingesteckt und umgerührt, den Finger dann abgeleckt, noch mal gerührt und gesagt, doch doch, der ist süß.“

Paschtunische Poeten

10. März 2011

Wenn man Najeb auf das Deutschlernen anspricht, weckt es keine guten Erinnerungen bei ihm. Erst auf der Amani-Schule: „Ich war eigentlich im Englisch-Kurs, aber meine Freunde haben mir beigebracht, auf deutsch zu sagen: „Wie heißt deine Schwester?“ Als ich den Satz bei anderen ausprobiert habe, sind sie natürlich ob dieser Beleidigung total wütend geworden.“ Bei einem späteren Anlauf hätten sie gleich in den ersten Stunden soviel Vokabular gelernt: „Ich bin xy, eine alleinerziehende Mutter,“ das sei ihm zu kompliziert geworden und nach zwei Wochen sei er ausgestiegen.

Mr. E. besucht keinen Deutschkurs, schnappt aber heimlich immer Vokabeln auf und streut diese dann an unerwarteten Stellen ein. Natürlich ist auch „Ich liebe dich“ dabei. „In wievielen Sprachen kannst du das eigentlich sagen?“ erkundigt sich die Grazie. Er beginnt aufzuzählen. „Halt,“ sage ich, „was heißt das auf Pasthu?“ Die anderen Kollegen kichern: „Das gibt es da nicht.“ Ich gucke sie schräg an. Ausgerechnet in einer Sprache, von der sie sonst immer behaupten sie sei so poetisch, soll es diesen Satz nicht geben? Najeb versucht es zu erklären: „Paschtunische Dichter wären nicht so direkt. Sie würden eher sagen ‚Ich liebe die Umgebung, die deine Ausstrahlung erschafft und das Aroma das bleibt, wenn du längst gegangen bist.'“

Der parlamentarische Kindergarten

6. Februar 2011

Auch nach fünf Sitzungstagen ist es dem Parlament nicht gelungen, sich auf einen Sprecher zu einigen. „Der Abgeordnete B. hat gesagt, das Parlament sei kein Kindergarten und hat seine Kollegen aufgerufen, sich zivilisert benehmen. Da hat ihm der, der hinter ihm saß, auf den Kopf gehauen. Das Fernsehen hat sofort ausgeblendet, aber angeblich soll der andere ihm dann viele derbe Schimpfwörter an den Kopf geworfen haben,“ erzählt die Grazie. Besonders amüsant sei jedoch, dass Herrn B.s Gegner ausgerechnet an seinem Alter Zweifel hätten: Gerüchtehalber wollen sie medizinisch überprüfen lassen, ob er bereits das Mindestalter, um Abgeordneter zu sein, erreicht habe.

„Es ist auch umstritten, wieviel noch im Fernsehen gezeigt werden soll. Einige Parlamentsmitglieder finden, die Medien sollten nicht so viel von ihren Auseinandersetzungen zeigen,“ meint ein Kollege. Ich erinnere mich, dass bereits in der letzten Legislaturperiode von Abgeordneten gerügt worden war, dass manche Fernsehsender sie beim Schlafen während der Debatten zeigten. „Aber es geht die Leute doch auch an, die sollen doch sehen, wen sie gewählt haben und wie ihre Volksvertreter sich verhalten,“ werfe ich ein. Die Grazie zuckt die Schultern. „Von manchen sieht man auch zu viel.“ Jeder weiß, worauf sie anspielt. „Neulich hat eine Abgeordnete Zwillinge bekommen. Zu diesem Anlass hat sie für eine riesige Party im einzigen Sterne-Hotel gegeben, zu der sie Botschafter und Minister eingeladen hatte. So eine Feier macht man normalerweise für die Familie, aber Tausende von Dollar und soviel Öffentlichkeit? Was hat sie sich bloß dabei gedacht?“

Staub statt Schnee

19. Januar 2011

Normalerweise ist der Kabuler Winter nicht nur wegen der Kälte unangenehm. Sobald es im Oktober oder November beginnt zu regnen, verwandeln sich die Straßen der Hauptstadt in einen Matschpfuhl. Man muss fürchten, dass es irgendwo durchregnet, und wenn Schnee fällt, sollte man diesen tunlichst schnell vom Dach schippen. Die sonst so praktischen Lehmdächer saugen sich sonst mit Wasser voll und brechen unter dem eigenen Gewicht ein.

Diesen Winter ist das einzige, woran es nicht mangelt, jedoch Staub. Die Luft ist trocken und in Kabul vom Rauch all dessen geschwängert, was die Leute verbrennen. Als ich neulich meine Jacke zum Lüften über Nacht draußen hatte hängen lassen, roch sie danach schlechter als vorher.

Im Oktober hat es einmal geregnet, und vor zwei Wochen, gab es eine winzige Menge Schnee. „Woran liegt das?“ fragt C. – „Ist doch klar,“ sagt einer der Kollegen: „Die Luft ist total staubig. So können sich keine Wolken bilden und daher regnet es auch nicht.“ Leider beschränkt sich das Phänomen nicht auf die wirklich unglaublich staubige Hauptstadt. Auch dem Rest des Landes droht Dürre und damit Hunger, wenn sich das Wetter nicht bald ändert. „Es geht ohne Gold, aber nicht ohne Schnee“ lautet eine afghanische Redewendung.

„Jeder erinnert sich an die sieben Jahre Dürre unter den Taliban. Sie sind ständig in die Moschee gegangen und haben ein sogenanntes Regengebet abgehalten,“ erklärt Mr M, „aber danach hat es immer nur gestürmt und gestaubt. Das hätte ihnen schon sagen müssen, dass sie nicht auf dem richtigen Wege sind.“ – „Könnten sie das nicht auch jetzt vielleicht tun? Vielleicht hilft es nicht, damit wir Regen bekommen, aber wenn sie in den Moscheen wären und beteten, wäre es auf den Straßen und im Lande entspannter,“ werfe ich ein. C meint, man müsse es vielleicht auch andersherum anfangen: „Wenn sie Regen wollen, sollten sie vielleicht für Staub beten.“ Mr. E schüttelt den Kopf: „Dafür gibt es leider kein spezielles Gebet.“

Sags noch einmal …

18. Dezember 2010

Ich habe es auf unzählige verschiedene Weisen zu erklären versucht: „Von der Hauptstraße rechts und dann direkt an der nächsten Ecke“ – „von der Schule stadtauswärts auf der linken Seite“ … Weder haben meine Erklärungen gefruchtet noch hilft es, dass die Taxiunternehmen mich hier schon viele Male abgesetzt haben. Es ist nicht einfach, sich in Kabul zurechtzufinden, weil jeder andere Wegmarken hat.

Die Orientierung ist eine Sache, doch auch sprachliche Hürden sind nicht zu unterschätzen. Die Fuhrunternehmen speichern Adressen oft unter dem Namen einer Person, die dort wohnt oder mal gewohnt hat. Monatelang sind wir immer zu „Mikela House“ gefahren, wenn wir nach Hause wollten. Niemals sollte man den Fehler begehen, ein s hinzuzufügen: Jeder Fahrer wird „Tina house“ finden, aber die Schultern zucken, wenn man „Tina’s house“ sucht. Bei unserem jetzigen Haus arbeiten wir noch dran, die Adresse zu etablieren, denn der Vormieter ist nicht Taxi gefahren. Das ist vielleicht gar nicht schlecht, denn sein Name klingt auf Englisch unterhaltsam, und ich könnte nie ernstbleiben, wenn ich „to Christian Hell“ zu fahren verlangte.

Wieder stehe ich in Kabuls Dunkelheit, weil das Taxi die Adresse nicht findet. Als es endlich kommt, lasse ich mich mit dem Unternehmen verbinden: „Was soll ich nächstes Mal sagen, damit ihr euch nicht verirrt? Eigentlich müsstet ihr doch diese riesige Firma gegenüber kennen, Global.“ Der Dispatcher: „Nein, kenn ich nicht, aber das Büro ist doch gegenau gegenüber von Gulubal.“