Dezember 3, 2009 von andromeda8
Das Personal im neuen Terminal des Kabuler Flughafens ist hochmotiviert. Gleich vier Angestellte drängeln sich an der Stelle, an der das Gepäck durchleuchtet wird. Ob man wirklich alles in die bereitgestellten Kisten gelegt habe, wollen sie wissen, Kleingeld? Gürtel?Armbanduhren? Den Laptop aus der Tasche genommen? Schuhe ausgezogen?
Wir schlurfen auf übelriechenden Socken auf den Metalldetektor zu. “Hey, du!“ ruft mir einer der Kontrolleure nach. Er deutet auf meine Laptoptasche auf dem Laufband. „Warum ist da kein Laptop drin?“ Ich antworte, sein Kollege habe mich aufgefordert, ihn in eine Plastikkiste zu legen. „Aber doch nicht in eine Kiste! In einen Korb!“ Das hat der andere bereits bemerkt, und den Computer eigenhändig umverlagert – in den Korb mit den Sachen eines anderen Passagiers, der schon verzweifelt nach seiner darunter begrabenen Uhr sucht.
Während wir auf den Abflug warten, kommt ein Angestellter der Sicherheitsfirma, der mit der rechten Hand auf das Gelenk seines nach oben gereckten linken Arms deutet. Ich denke, er mahnt zu eiligem Aufbruch und lasse meinen noch kaum berührten Tee stehen. „Keine Sorge,“ ruft der Teeverkäufer, „das ist nur, weil wieder einer vergessen hat, nach der Kontrolle seine Uhr einzusammeln.“
Das neue Terminal ist gut geworden – sauber, übersichtlich, modern … nur auf den Toiletten geht es zu weit. Statt einer Aufforderung “ to flush“, die Spülung zu betätigen, prangt auf den hiesigen Schildern „Don’t forget to flash,“ also in etwa „Vergiß nicht, in der Öffentlichkeit kurz die Hosen runterzulassen.“
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November 26, 2009 von andromeda8
Am frühen Morgen kommt Besuch: die Köchin. Sie hatte versprochen, für uns noch zwei Laken zu nähen, die sie uns nun vorbeibringt. Heute ist nämlich plötzlich Feiertag. Vorgestern hatte das staatliche Fernsehen verkündet, der Feiertag sei erst am Freitag. Gestern war man sich nicht mehr so sicher, und schließlich hat man am späten Nachmittag vorsichtshalber beschlossen, ob Feiertag oder nicht, es sei frei. Daher also hat die Köchin den Weg zu uns nach Hause angetreten, und sich dafür richtig in Schale geschmissen. Als sie die Burka hochschlägt, kommen nicht nur Sonntagsschuhe und ein neues Gewand zutage, sondern zum ersten Mal sehe ich sie mit Lippenstift. Ich preise, wie hübsch es aussieht, und sie lächelt verlegen.
Kaum ist sie weg, kommt ein anderer Mitarbeiter. Er soll uns bei der wenig erfreulichen Angelegenheit helfen, den großen Wächter zu kündigen. Er ist gutmütig, wir haben viel Spaß mit ihm gehabt, und wenn er nicht gerade seinen Fuß in den Rasenmäher oder den Finger in den Generator bekommen hat, waren seine Reparaturbemühungen wirklich prima. Leider nur hatte er einen so tiefen Schlaf, dass Einbrecher schon einen Presslufthammer hätten benutzen müssen, um seine Aufmerksamkeit zu erregen.
Der Wächter schaut herzzerreißend traurig. Als ich allerdings noch mal anspreche, dass er für zwei Flaschen Gas jedes Mal das anderthalbfache ihres Preises von mir verlangt, dann aber zumindest beim letzten Mal nur eine Flasche überhaupt gefüllt hat, fällt uns der Abschied wieder leichter: „Nee, ich hab schon zwei Flaschen geholt. Aber an der einen ist halt das Ventil kaputt, da ist dann am nächsten Tag keins mehr drin.“
Wir verabschieden den Wächter und unser Dolmetscher verabschiedet sich. Er müsse jetzt noch eine Kuh aussuchen gehen, schließlich sei morgen Opferfest.
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November 24, 2009 von andromeda8
Mein früherer Arabischlehrer pflegte von einer Straße im Yemen zu erzählen. Da sie mit deutschen Geldern gebaut wurde, habe man es an nichts fehlen lassen wollen, auch nicht an der nach deutschen Maßstäben notwendigen Beschilderung zur Sicherung der Straße – und den Spiegeln, mit denen man trotz scharfer Kurven in den Bergen entgegenkommende Fahrzeuge sehen sollte. Tragischerweise fanden die yemenitischen Autofahrer die Spiegel damals außerordentlich faszinierend – so sehr, dass sie es mit dem Leben bezahlten, weil sie vor lauter Schauen vergaßen, die Kurve zu nehmen. Berge von Autowracks unter den entsprechenden Stellen hätten davon Zeugnis gegeben, so der alte Professor.
Das ist lange her, und deutsche Entwicklungshilfe hat seitdem hinzugelernt. Obwohl Deutschland der viertgrößte Geber ist, ist Afghanistan so gut wie frei von Verkehrszeichen. Für die Bundeswehr ist derlei Anarchie auf den Straßen schwer vorstellbar. Einer ihrer Sprecher pries unlängst das Wohlverhalten deutscher Truppen: „Wenn wir eine rote Ampel sehen, dann halten wir da jetzt an und fahren nicht mehr einfach drüber!“ Leider hat sein Gesprächspartner vergessen zu fragen von welchen Ampeln er spreche, und warum überhaupt im Plural.
Heute erspähe ich das erste Halteverbotsschild! Bestimmt ist irgendwo eine Plakette dran, die es als deutsche Spende ausweist. Aber das kann man nicht sehen, weil es völlig zugeparkt ist. „Was passiert, wenn man falsch parkt?“ erkundige ich mich. Mein Gesprächspartner kratzt sich am Kopf: „Je nachdem was so dran ist am Auto – die Spiegel fehlen, oder die Antenne …“ – „Nein,“ unterbreche ich ihn, „ich meine wenn die Polizei findet, dass man falsch steht?“ Ich versuche zu erklären, wie das in Deutschland mit den Knöllchen funktioniert. Der Fahrer amüsiert sich: „Sie klemmen einen ZETTEL hinter den Scheibenwischer? Dass man etwas bezahlen muss? Und das funktioniert?“
Hier, so lerne ich, klemmt die Polizei keine Zettel irgendwohin. Sie nimmt stattdessen einfach die Nummernschilder mit. Dann ist es an einem, die richtige Polizeistation finden und dort dafür zu bezahlen, dass man sie wiederbekommt.
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November 23, 2009 von andromeda8
Dass die Vereinten Nationen ausgerechnet das Haus gegenüber mieten mussten, fanden wir keinen feinen Zug. Da sie, wie auch die meisten anderen großen Organisationen, nicht lange um Preise verhandeln, sondern zahlen, was verlangt wird, leuchteten auch in den Augen unseres Vermieters die Dollarzeichen auf, und er warf uns raus.
Mittlerweile hat die UN fast all ihre Häuser aufgegeben, immerhin zwischen 60 und 90 in Kabul, die Mietpreise sind gesunken. Der Vermieter hat sein ganzes Programm abgespult, von maulen über drohen, am Verhandlungstisch aufstehen und nicht zu Terminen erscheinen. Nach einem Gespräch, bei dem ein alter Freund unsererseits augenscheinlich den richtigen Ton angeschlagen hat, hat er schließlich eingesehen, dass es keine gute Idee ist, sich mit uns anzulegen. Zumindest eine seiner beiden Gehirnzellen hat es. Die andere sucht weiterhin krampfhaft nach Wegen, mehr Geld an uns zu verdienen.
Auch die anderen Organisationen überlegen, wieviel internationales Personal sie brauchen und wo sie es am besten unterbringen. Unsere sehr netten Nachbarn ziehen um, und mittlerweile haben drei der Häuser auf unserer Straße ihre Wächterhäuschen mit Sandsäcken umgeben. Neben dem einen stehen außerdem permanent Polizei-Pick-Ups. Ich reibe mir die Augen, als ich auf dem einen eine wippende Horde Polizisten sehe. Sie frönen dem afghanischen Herbst-Hobby, Blätter von den Bäumen zu schütteln – für die Herde Fettschwanzschafe, die ein Schäfer gerade um ihr Auto versammelt hat.
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November 18, 2009 von andromeda8
Polizist zu sein, ist in Afghanistan nicht eben attraktiv. Man verdient zwischen 80 und 120 Dollar im Monat, von denen man nicht selten noch einen Teil an seinen Vorgesetzten abtreten muss. Man steht nicht hoch im Ansehen, und man lebt gefährlich. Deswegen ist der „Schwund“ bei den Polizisten, die Deutschland und andere Nationen hier ausbilden, auch so groß.
Wenn sie durch die Straßen fahren, hat es allerdings mehr von einer Bande als von dem, was wir mit Polizei verbinden. Sie sitzen auf kleinen Bänkchen auf Pick-ups, einer meist an einem aufs Führerhäuschen montierten Maschinengewehr. Sommers wie winters, bei Tag und auch bei Nacht: wer von ihnen eine Sonnenbrille hat, gar noch eine verspiegelte, wird diese im Dienst auch tragen. Angesichts der Luftverschmutzung und mittlerweile auch der Kälte kann man meist auch noch abenteuerliche Vermummungen erblicken.
So martialisch das Auftreten auch ist, die Konzentration leidet sofort, sobald Frauen am Straßenrand oder in Autos zu erblicken sind. Dann muss nämlich gründlich geglotzt werden, und wenn die Frauen zurückschauen, sieht man sofort, wie die Polizei sich in Pose wirft.
In der Hauptstadt wimmelt es derzeit mehr als sonst von Polizisten, weil morgen die Amtseinführung Karzais bevorsteht. Die meisten von ihnen langweilen sich augenscheinlich sichtlich. So werde ich heute schon zum zweiten Mal von den Polizisten des Checkpoints an meiner Ecke angesprochen, dass ich ihnen meinen Pass zeigen soll. Dafür kommen sie diesmal sogar in das Geschäft gestapft, in dem ich gerade einkaufe. Wie schon beim ersten Mal weigere ich mich, und frage sie im Gegenzug nach ihrem Ausweis. Man weiß ja nie. Ein letztes Glotzen, und der Polizist verschwindet.
Abends sehe ich sie auf der stockdunklen Straße hocken, in regelmäßigen Abständen von ihrem Blaulicht beschienen. Damit sie nicht erfrieren, machen sie kleine Feuer aus Müll, den sie von der Straße klauben, denn Mäntel haben sie nicht.
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November 14, 2009 von andromeda8
Die Decke des Raums scheint sich zu bewegen. Auch der Untergrund fühlt sich komisch an – ein Erdbeben. Rasch laufen wir nach draußen in die Dunkelheit und Kälte. Dort ist zum Glück nichts mehr davon zu spüren. Trotzdem entschließen wir uns, nach Hause zu gehen. Der Gastgeber grinst, und sagt in seinem schwäbischen Akzent: „Gell, desch habbe mer ekschtra gemacht, ha, wenn die Gäschte zu lang bleibe …“
Am nächsten Tag meine ich, ein selektives Erdbeben aus der Ferne zu sehen: Die Baumkrone hinter der Mauer auf der anderen Straßenseite zittert wie verrückt. Ich blinzle, und als ich die Augen wieder aufmache, ist alles ruhig – bis der Baum daneben in Schüttelfrost zu verfallen scheint. Ich lasse das ganze auf sich beruhen. Wenig später ein Rauschen auch in unserem Garten. Ein Baum schwankt und raschelt verdächtig. Ich trete auf den Balkon und rufe nach dem Wächter – „Was passiert hier eigentlich?“ Die Zweige des Baums vor mir schieben sich auseinander und ein schweißüberströmter Wächter lugt heraus. „Es ist Herbst! Wir schütteln die trocknen Blätter von den Bäumen!“
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November 11, 2009 von andromeda8

Verbraucherschutz beginnt beim Tier
Oft schon habe ich beim Blick auf die Waschmittelpackung in unserem Bad gegrinst. Ich bin gewohnt, dort duftige Blüten in frühlingshafter Umgebung zu sehen, gepaart mit Werbesprüchen, die porentiefe Reinheit, strahlendes Weiß und ähnliches verheißen. Auf der hiesigen Tüte ist ein Kind zu sehen, das in schlammiger Umgebung Fußball spielt. Darunter steht „DIRT IS GOOD“ – „Dreck ist gut“.
Ein Blick in Wikipedia verrät, dass es sich dabei nicht um einen Fehler handelt. Es ist die älteste indische Waschpulvermarke, die in ihrer Anfangszeit mit „wäscht am weißesten“ geworben, dann aber irgendwann ihre Strategie geändert hat. „Es gibt das ganze sogar noch mal mit einer lachenden Mutter, die sich über die Dreckskleidung freut,“ erklärt mir eine Freundin. „Die Mütter, die ich kenne, würden sich schön bedanken, wenn ihre Kinder so nach Hause kommen.“
Noch irritierender aber sei die Fernsehwerbung für „Fanta Citrus“: Wer auch immer das synchronisiere, er habe keine Ahnung, was „citrus“ sei oder wie man es ausspreche. Deswegen würden die Leute in den Läden jetzt bevorzugt nach „Fanta Stress“ fragen.
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November 10, 2009 von andromeda8
Das Team ist verstimmt. „Noch nicht einmal Süßigkeiten hat er mitgebracht!“ höre ich die Grazie sagen. Es geht um den Chefwächter, dessen Tochter letzte Woche geheiratet hat. Ich bin erstaunt, denn davon wusste ich gar nichts. „Genau! Er schweigt es tot! Undnichts zu essen für uns.“ Ich frage sie, ob er sich das vielleicht nicht mehr habe leisten können, so teuer wie Hochzeiten hier sind. Einhellig schütteln alle den Kopf. Der Finanzmanager erklärt es mir: „Wenn Töchter heiraten, hat man nicht das Gefühl, dass es ein Gewinn für die Familie ist. Man ‘gibt die Tochter weg’.“
Die Grazie fügt hinzu, außerdem sei es eine Frage der Ehre. Man spreche nicht über Frauen. Wenn es unbedingt sein müsse, dann erwähne man sie zwar, aber nicht mit ihrem Namen. Spitz bemerkt ein Kollege, darüber habe er schon mal mit den anderen gesprochen. Er hätte ihnen gesagt, man kenne doch auch die Namen aller Frauen und die der weiblichen Verwandten von Mohammad, warum also nicht die ihrer Frauen, Schwester oder Töchter? Sie hätten das zwar irgendwie eingesehen, aber trotzdem sei es ihnen unheimlich.
Manchmal sogar die Verwandschaftsbeziehung als solche: „Als neulich der Vertreter der Druckerei hier im Büro war, hat er uns erzählt, in seinem Haus gebe es eine Hochzeit – die der ‘Schwester seines Bruders’. Er hat sich nicht mal getraut, sie als seine eigene Schwester zu bezeichnen.“
Die Aufmerksamkeit schwenkt zu weiteren Gelegenheiten, zu denen man seinen Kollegen etwas mitbringen sollte. Ich stelle fest, dass mein Team den Tag des Mauerfalls sehr gut im Kopf hat und als Anlass zum Feiern betrachtet … außerdem, dass wir jetzt in unserem Haus wohnen bleiben könnten, obwohl der Vermieter uns rauswerfen wollte … Wie ich einsehe, gibt es genug Gelegenheiten – und eine expandierende Zuckerbäckerzunft und -kunst! In der Konditorei können wir uns nicht entscheiden, ob wir einen rosafarbenen Kuchen mit einem weißen Hund (mit Knochen!) nehmen sollen, oder doch das Modell, auf dem Sahnenentchen mit Schlapphüten und dunklen Brillen schwimmen.
Zurück im Büro erwähnt ein Mitarbeiter, an seinem früheren Arbeitsplatz sei sogar mal ein Schaf gestiftet worden. „Klar, ein Schaf, warum nicht. Ich könnte nächstes Mal eine Schar Hühner mitbringen,“ schlage ich vor. Allgemeine Empörung: „Hühner? Wir sind doch keine Vegetarier!“
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November 9, 2009 von andromeda8
Mein Finanzmanager blättert mir in Windeseile einen Stapel von Geldscheinen hin und bittet mich, zu kontrollieren ob die Summe stimmt. „Wie hast du das so schnell gemacht?“ frage ich voller Bewunderung. Er nimmt das Bündel, und schneller als ich schauen kann ist er durch. Die Grazie mischt sich ein: „Mit kleinen Händen ist es über die Längskante mühsam. Mach es doch so,“ sagt sie und lässt die Scheine durch die Finger rauschen. „Oder wie wärs mit der Art, die sie in Pakistan drauf haben?“ Der Finanzmanager drückt die Scheine mit einer Hand auf den Tisch, eine Staubwolke stiebt auf, und es ist ein drittes Mal gezählt.
Ich versuche mein Glück und blättere ebenso angestrengt wie kläglich durch die Scheine. Das ist sehr unterhaltsam für die Umstehenden, aber leider nur langsam zielführend. „Du hättest früher hier sein sollen, dann wärst du auch so schnell wie wir. Früher war die Währung so wenig wert, dass wir noch viel mehr Scheine zählen mussten.“
„Zeig es mir noch mal, aber ganz langsam,“ fordere ich den Finanzmanager auf, „du nimmst die Hälfte, ich nehme die Hälfte, und dann versuchen wir es parallel.“ Die Grazie meldet sich mit schmeichelnder Stimme aus dem Hintergrund: „Also, ich könnte auch die Hälfte nehmen. Die zähl ich dann zu Hause.“
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November 8, 2009 von andromeda8
Mitten auf der Straße liegt ein Teppich. Das habe ich schon häufiger gesehen aber nie verstanden, warum. Ich frage meine Kollegen. Das, sagen sie, komme ganz auf den Teppich an. Sie lehnen sich auf meine Seite herüber und beäugen den, um den es aktuell geht. „Bei richtig schönen Exemplaren ist es manchmal so, dass die Besitzer wollen, dass die Teppiche alt aussehen. Damit sie teurer werden.“ In diesem Fall handelt es sich aber um einen ganz normalen, so dass es wahrscheinlich der Reinigung diene. Ich glaube, ich habe mich verhört. „Wie soll der denn mitten im Verkehr auf dieser staubigen Straße sauberer werden?“
Der Fahrer mischt sich ein. Wichtig sei, wierum man den Teppich ausbreite. Zum Saubermachen ganz klar mit der Oberseite nach unten. „Wenn die Autos drüberfahren, rütteln sie den Dreck los. Nachher muss man ihn nur noch ausschütteln.“
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